Text 1: Die heiligen Gesetze des Chalak
Gan Wandorra ist ausgedachte Welt, die wir immer weiter und detaillierter ausarbeiten und beschreiben.
Es ist eine Welt, die in vielen Prinzipien der Literatur der "heroic fantasy" entspricht. Es gibt Magie, Götter, pseudo-früh-mittelalterliche Kultur usw.
Klingt nach Tolkiens Mittelerde...
Ja, Tolkien war da einer der ganz Großen, aber das Erfinden fiktiver Welten ist eine Kulturtechnik, die es seit vielen Jahrhunderten in der Literatur gibt. Meistens als intellektuelle Übung, als Liebhaberei, oft auch um gesellschaftliche Utopien auszumalen und teils um sie zu camouflieren.
Auch Eskapismus, Realitätsflucht?
Tolkien hat mal gesagt, das Wort "Eskapismus" kann nur der Diktion von Gefängniswärtern entstammen und nur von ihnen als Vorwurf verstanden werden. Sich auszumalen, dass Dinge auch ganz anders sein könnten, heißt ja nicht, die miserablen gesellschaftlichen Bedingungen unserer Welt zu ignorieren, im Gegenteil. Die Fähigkeit, andere Welten zu denken, ist per se ein gesellschafskritischer Akt. Egal, wie kitschig oder "unrealistisch" eine ausgedachte Welt ist, teilt sie uns doch viel über den Zustand unserer Welt mit.
Vor über tausend Jahren entstanden im Umfeld von As-Chaloth die ersten Minen, in denen Gold, Silber, Edelsteine und später auch immer mehr Erze gefördert wurden. Gefangene und Sklavys des Chalak schufteten in den Minen unter Anleitung von Fachleuten und bewacht durch die Soldaten des Chalak.
Später schickte man sogar gefangene Ghuls in die Minen, und im Laufe der Zeit überließ man die Minenarbeitys immer mehr sich selbst, bewachte nur noch die Ein- und Ausgänge. Das war eine brutale Zeit und es war ein brutales Leben: Die Minenarbeitys, Menschen, Orks, Ghuls und Wesen aller Art, förderten wertvolle Produkte, und nur, wenn sie genug lieferten, bekamen sie ausreichend Nahrung vom Chalak. Wie und mit welchen Mitteln sie die Planvorgaben der Minenverwaltung des Chalak realisierten, interessierte an der Oberfläche niemanden. Lieferten sie zu wenig, wurden die Nahrungslieferungen entsprechend gekürzt. Was dann in den dunklen Tiefen der betroffenen Mine geschah, interessierte oben auch niemanden.
Im Großen und Ganzen lief das System gut. Es war ertragreich, sogar profitabel, und eine Bestrafung mit Verbannung in die Minen verbreitete den vom Chalak beabsichtigten Schrecken.
Nun wurden auch die Wachmannschaften bis auf ein paar wenige Kontrolleurys komplett abgezogen. Den Schutz der Minen übernahmen die Ghuls selbst, und die Ministerialen des Chalak freuten sich, denn die Personalkosten für tausende von Wachsoldatys konnten auf diese Weise ersatzlos eingespart werden.
Alle waren glücklich und zufrieden, und in den Amtsstuben der Minenverwaltung in As-Chaloth sonnte man sich in dem Bewusstsein, ganz wesentliche Beiträge zur Füllung der Kassen des Chalak zu leisten. Die Minen waren weit weg und sehr, sehr tief, und deshalb fragte man nicht, wieso man eigentlich immer nur mit Ober-ober-Ghuls verhandelte, und was wohl mit den Menschen und Orks geschähe, die man nach wie vor als Gefangene in die Minen schickte.
Und ganz gelegentlich war man auch ein klein-bisschen irritiert, überhaupt nicht zu wissen, wie tief und wohin sich die einzelnen Minen nach all den Jahrhunderten inzwischen ausdehnten. Aber, he, der Laden brummt, und man wird ja nicht für's Zweifeln bezahlt. Und Vorgesetzte mit kritischen Fragen zu molestieren, ist auch eine Form, sich aus der nächsten Beförderungsrunde hinauszukatapultieren ...
Läuft doch!
Tetrens Lied
All so sprach Tetren der Erschaffer, die Ur-Schöpfer-Gottheit, die Quelle aller Kreativkraft:
"Eine Welt erschaffen heißt, Ordnung im unendlichen Chaos zu schaffen. Ohne Ordnung ist eine Welt nichts. Nichts weiter, als eine Aneinanderreihung von Zufälligkeiten. Das ist keine Schöpfung.
Ich bin die Ordnung. Ich forme Spuren im Ozean des Chaos’. Ich erschaffe wahrhaftig, und was ich erschaffe, hat Bestand, denn nichts darin ist Zufall, nichts ist ungeordnet.
Leben ist ungeordnet. Leben schafft Zufälle. Zufälle schaffen Chaos. Meine Schöpfung, jede wahre Schöpfung, kann nur ohne Leben bestehen. Deshalb lösche ich Leben aus, wo ich es finde. Auf ungezählten Welten hat meine Allmacht alles Leben immer wieder vernichtet.
Doch es war aussichtslos: Leben entstand immer wieder neu.
Da dies so ist, ersann ich eine List: Ich erschaffe nun Leben, um Leben auszulöschen. Kein richtiges Leben, natürlich, sondern totes Leben. Totes Leben ist Leben, das nur Ordnung will. Kein Chaos, keine Zufälligkeiten, keine Komplikation.
Erst erschaffe ich Welten. Dann erschaffe ich Ghuls."
Alderis Lied
All so sprach Alderis dy Erschaffy, dy Ur-Schöpfer-Gottheit, dy Quelle aller Kreativkraft:
"Eine Welt erschaffen, das wird total überschätzt. So viel macht man da gar nicht. Am Anfang muss man natürlich ein paar Parameter richtig einstellen. Vor allem die kosmische Feldkonstante, die muss immer ganz präzise sitzen. Die kann ich mir aber nie merken, deshalb habe ich sie auf einen Zettel geschrieben. (Kramt einen kleinen Zettel hervor.) Ja, hier:
Ernsthaft: Wer merkt sich sowas? Ich jedenfalls nicht.
Egal. Wenn Du alles richtig eingestellt hast, dann kommt der Urknall, und dann sollte man eigentlich gar nichts mehr machen, nur noch entspannt zurücklehnen und zuschauen, was passiert. Galaxien, Sonnen, Planeten, das Leben, das entsteht dann ganz ohne Deinen Einfluss. Da könnt’ ich Ewigkeiten einfach nur zugucken.
Ja, gut, ich mein’, später, wenn dann das Leben so richtig brummt, dann mache ich mir natürlich schon ab und zu einen Spaß draus, hier und da ein bisschen was anzustupsen. Auf irgendeinem Planeten haben die Wesen das mal als „göttlichen Funken“ bezeichnet, als ich sie Ethik, Intellekt, Humor, Ästhetik und Empathie erfinden ließ. „Göttlicher Funke“ klingt natürlich viel zu großkotzig, aber was die draus gemacht haben, hat mich wirklich beeindruckt. Teilweise. Einiges war auch völlig daneben.
Aber man sollte nicht zuviel drin rumfummeln. Dadurch wird's nicht besser, im Gegenteil. Lass es laufen, erfreue Dich an der entstehenden Diversität, die alles Leben mit sich bringt. Lass Dich überraschen - das geht auch als Götty.
Das Leben, Freunde! Das Leben ist der Ober-Hammer. Echt jetzt."
kosmischen Feldkonstante wiedergefunden hat)
Text 5: Zum Finanzsystem auf Gan Wandorra
Das Geld des Chaloth -
die Standard-Währung auf Gan Wandorra
1 Gold-Chaloth, kurz 1 Gold oder 1 ₵, wiegt 6,25 g und entspricht 100 Silber-Chaloth.
1 Silber-Chaloth, kurz 1 Silber oder 1 ₡, wiegt 5 g und entspricht 200 Kupfer-Chaloth
1 Kupfer-Chaloth, kurz 1 Kupfer oder 1 ₭, wiegt 6 g.
200 ₭ => 1 ₡
100 ₡ => 1 ₵
=>
20.000 ₭ => 1 ₵
Einy ungelernty Tagelöhny braucht 5 ₡ pro Tag, 150 ₡ pro Monat und etwa 2.000 ₡ pro Jahr.
Text 6: Zusammenfassung der Session vom 19.04.2026 (Quelle: MWi)







