Allgemeine Texte


 

Text 1: Die heiligen Gesetze des Chalak


Wer schreibt und nicht mein Priester ist, ist des Todes.

Wer Karten zeichnet und nicht mein Priester ist, ist des Todes.

Wer liest und nicht mein Priester ist, ist des Todes.

Wer Karten studiert und nicht mein Priester ist, ist des Todes.

Wer Geschriebenes und Karten versteckt hält oder mit sich trägt
und nicht mein Priester ist, ist des Todes.

Wer ein Bild des Chalak macht, ist des Todes.







Text 2: Was ist Gan Wandorra?

Gan Wandorra ist ausgedachte Welt, die wir immer weiter und detaillierter ausarbeiten und beschreiben. 

Es ist eine Welt, die in vielen Prinzipien der Literatur der "heroic fantasy" entspricht. Es gibt Magie, Götter, pseudo-früh-mittelalterliche Kultur usw.

Klingt nach Tolkiens Mittelerde...

Ja, Tolkien war da einer der ganz Großen, aber das Erfinden fiktiver Welten ist eine Kulturtechnik, die es seit vielen Jahrhunderten in der Literatur gibt. Meistens als intellektuelle Übung, als Liebhaberei, oft auch um gesellschaftliche Utopien auszumalen und teils um sie zu camouflieren.

Auch Eskapismus, Realitätsflucht?

Tolkien hat mal gesagt, das Wort "Eskapismus" kann nur der Diktion von Gefängniswärtern entstammen und nur von ihnen als Vorwurf verstanden werden. Sich auszumalen, dass Dinge auch ganz anders sein könnten, heißt ja nicht, die miserablen gesellschaftlichen Bedingungen unserer Welt zu ignorieren, im Gegenteil. Die Fähigkeit, andere Welten zu denken, ist per se ein gesellschafskritischer Akt. Egal, wie kitschig oder "unrealistisch" eine ausgedachte Welt ist, teilt sie uns doch viel über den Zustand unserer Welt mit.







Text 3: Die Geschichte der Minen des Chalak

Vor über tausend Jahren entstanden im Umfeld von As-Chaloth die ersten Minen, in denen Gold, Silber, Edelsteine und später auch immer mehr Erze gefördert wurden. Gefangene und Sklavys des Chalak schufteten in den Minen unter Anleitung von Fachleuten und bewacht durch die Soldaten des Chalak. 

Später schickte man sogar gefangene Ghuls in die Minen, und im Laufe der Zeit überließ man die Minenarbeitys immer mehr sich selbst, bewachte nur noch die Ein- und Ausgänge. Das war eine brutale Zeit und es war ein brutales Leben: Die Minenarbeitys, Menschen, Orks, Ghuls und Wesen aller Art, förderten wertvolle Produkte, und nur, wenn sie genug lieferten, bekamen sie ausreichend Nahrung vom Chalak. Wie und mit welchen Mitteln sie die Planvorgaben der Minenverwaltung des Chalak realisierten, interessierte an der Oberfläche niemanden. Lieferten sie zu wenig, wurden die Nahrungslieferungen entsprechend gekürzt. Was dann in den dunklen Tiefen der betroffenen Mine geschah, interessierte oben auch niemanden.

Im Großen und Ganzen lief das System gut. Es war ertragreich, sogar profitabel, und eine Bestrafung mit Verbannung in die Minen verbreitete den vom Chalak beabsichtigten Schrecken. 


Ein Mineneingang (hinten, mittig) vor 500 Jahren.
Im Vordergrund das Lager der Militäreinheiten zur Bewachung


Irgendwann boten die Ober-ober-Ghuls der Minen an, sie könnten die Minen für den Chalak noch viel ertragreicher machen, wenn es ihnen erlaubt wäre, ihre Produkte selbst weiterzubearbeiten und zu verkaufen und dafür Nahrung und was man sonst noch so brauchte, selbst einzukaufen. Man probierte es aus, und siehe: Der Profit der Minen stieg um 4, dann um 7, dann um 11, schließlich um bis zu 26 Prozent!

Nun wurden auch die Wachmannschaften bis auf ein paar wenige Kontrolleurys komplett abgezogen. Den Schutz der Minen übernahmen die Ghuls selbst, und die Ministerialen des Chalak freuten sich, denn die Personalkosten für tausende von Wachsoldatys konnten auf diese Weise ersatzlos eingespart werden.

Alle waren glücklich und zufrieden, und in den Amtsstuben der Minenverwaltung in As-Chaloth sonnte man sich in dem Bewusstsein, ganz wesentliche Beiträge zur Füllung der Kassen des Chalak zu leisten. Die Minen waren weit weg und sehr, sehr tief, und deshalb fragte man nicht, wieso man eigentlich immer nur mit Ober-ober-Ghuls verhandelte, und was wohl mit den Menschen und Orks geschähe, die man nach wie vor als Gefangene in die Minen schickte. 

Und ganz gelegentlich war man auch ein klein-bisschen irritiert, überhaupt nicht zu wissen, wie tief und wohin sich die einzelnen Minen nach all den Jahrhunderten inzwischen ausdehnten. Aber, he, der Laden brummt, und man wird ja nicht für's Zweifeln bezahlt. Und Vorgesetzte mit kritischen Fragen zu molestieren, ist auch eine Form, sich aus der nächsten Beförderungsrunde hinauszukatapultieren ...

Läuft doch!




Text 4: Die Schöpfungsgeschichte nach Tetrens und Alderis


Tetrens Lied

All so sprach Tetren der Erschaffer, die Ur-Schöpfer-Gottheit, die Quelle aller Kreativkraft:

"Eine Welt erschaffen heißt, Ordnung im unendlichen Chaos zu schaffen. Ohne Ordnung ist eine Welt nichts. Nichts weiter, als eine Aneinanderreihung von Zufälligkeiten. Das ist keine Schöpfung.

Ich bin die Ordnung. Ich forme Spuren im Ozean des Chaos’. Ich erschaffe wahrhaftig, und was ich erschaffe, hat Bestand, denn nichts darin ist Zufall, nichts ist ungeordnet.

Leben ist ungeordnet. Leben schafft Zufälle. Zufälle schaffen Chaos. Meine Schöpfung, jede wahre Schöpfung, kann nur ohne Leben bestehen. Deshalb lösche ich Leben aus, wo ich es finde. Auf ungezählten Welten hat meine Allmacht alles Leben immer wieder vernichtet.

Doch es war aussichtslos: Leben entstand immer wieder neu.

Da dies so ist, ersann ich eine List: Ich erschaffe nun Leben, um Leben auszulöschen. Kein richtiges Leben, natürlich, sondern totes Leben. Totes Leben ist Leben, das nur Ordnung will. Kein Chaos, keine Zufälligkeiten, keine Komplikation.

Erst erschaffe ich Welten. Dann erschaffe ich Ghuls."



Tetren
(nachdem er die Idee mit den Ghuls hatte)





Alderis Lied


All so sprach Alderis dy Erschaffy, dy Ur-Schöpfer-Gottheit, dy Quelle aller Kreativkraft:

"Eine Welt erschaffen, das wird total überschätzt. So viel macht man da gar nicht. Am Anfang muss man natürlich ein paar Parameter richtig einstellen. Vor allem die kosmische Feldkonstante, die muss immer ganz präzise sitzen. Die kann ich mir aber nie merken, deshalb habe ich sie auf einen Zettel geschrieben. (Kramt einen kleinen Zettel hervor.) Ja, hier:


8,854187817 x 10 hoch -12 As/Vm.


Ernsthaft: Wer merkt sich sowas? Ich jedenfalls nicht.


Egal. Wenn Du alles richtig eingestellt hast, dann kommt der Urknall, und dann sollte man eigentlich gar nichts mehr machen, nur noch entspannt zurücklehnen und zuschauen, was passiert. Galaxien, Sonnen, Planeten, das Leben, das entsteht dann ganz ohne Deinen Einfluss. Da könnt’ ich Ewigkeiten einfach nur zugucken.

Ja, gut, ich mein’, später, wenn dann das Leben so richtig brummt, dann mache ich mir natürlich schon ab und zu einen Spaß draus, hier und da ein bisschen was anzustupsen. Auf irgendeinem Planeten haben die Wesen das mal als „göttlichen Funken“ bezeichnet, als ich sie Ethik, Intellekt, Humor, Ästhetik und Empathie erfinden ließ. „Göttlicher Funke“ klingt natürlich viel zu großkotzig, aber was die draus gemacht haben, hat mich wirklich beeindruckt. Teilweise. Einiges war auch völlig daneben.


Aber man sollte nicht zuviel drin rumfummeln. Dadurch wird's nicht besser, im Gegenteil. Lass es laufen, erfreue Dich an der entstehenden Diversität, die alles Leben mit sich bringt. Lass Dich überraschen - das geht auch als Götty.


Das Leben, Freunde! Das Leben ist der Ober-Hammer. Echt jetzt."




Alderis
(nachdem sier sieren Zettel mit der
kosmischen Feldkonstante wiedergefunden hat)





Text 5: Zum Finanzsystem auf Gan Wandorra


Das Geld des Chaloth -

die Standard-Währung auf Gan Wandorra


  • 1 Gold-Chaloth, kurz 1 Gold oder 1 ₵, wiegt 6,25 g und entspricht 100 Silber-Chaloth.

  • 1 Silber-Chaloth, kurz 1 Silber oder 1 ₡, wiegt 5 g und entspricht 200 Kupfer-Chaloth

  • 1 Kupfer-Chaloth, kurz 1 Kupfer oder 1 ₭, wiegt 6 g.

200 ₭ => 1 ₡

100 ₡ => 1 ₵

=>

20.000 ₭ => 1 ₵


Einy ungelernty Tagelöhny braucht 5 ₡ pro Tag, 150 ₡ pro Monat und etwa 2.000 ₡ pro Jahr.




Text 6: Zusammenfassung der Session vom 19.04.2026 (Quelle: MWi)


Die Helden bauen sich eine Heimat in Selighafen auf und fühlen sich in Alderis Tempel der Lust immer wohler - wenn da nicht dieses Mistwetter wäre. Am Abend gießt und gewittert es in Strömen. 

“Der Himmel hat die Farbe von Blei und über die sonst so geschäftige Stadt Selighafen ergießt sich ein stürmisches Gewitter. Wo in den Hauseingängen wenige Fackeln beim Versuch ersticken, Licht in die verwinkelten Gassen zu tragen, ist an diesem Abend kaum mehr als tosende Dunkelheit zu erkennen. Ein stinkender Wind peitscht salzigen Regen aus Richtung des Meeres an die Fenster von Alderis Tempel der Lust. Bis auf vier Matrosen in schwerem Ölzeug ist das Freudenhaus wie ausgestorben. 

Eldric Rubikon steht an der Theke, poliert ein paar Gläser als Blitz und Donner durch die aufgeschlagene Tür tosen; dort steht der völlig durchnässte Söldner Plimm und tritt ein.”

Plimm tritt der Heldengruppe bei und die vier Matrosen entpuppen sich als Fischerys aus Arkheim, denen die eigenen Netze seit einiger Zeit viel zu leer erscheinen. In Selighafen sollen die Fische Gold im Maul haben und fast von selbst in die Boote springen.




Das Boot der Fischerys wurde vor der Küste Selighafens auf unerklärte Weise zerstört, die Matrosys konnten sich, bis auf einen der ihren, an Land retten.

Die Helden gehen im schweren Sturm Richtung Hafen, um dieser Gefahr auf den Grund zu gehen und treffen dort auf den brüllenden Irren Zadok Allen. Nach einer trickreichen Verfolgungsjagd durch den Hafen geht ihm die Puste und der Schnaps aus, sein Geschrei über geleistete Schwüre ging in etwa so: 

“Niemals, niemals nie werde ich den dritten Schwur leisten! Iä! Iä! Dann bringt mich doch um, niemals werde ich einer von euch! Iä, Iä! Ich weiß zuviel, sie wollen mich umbringen! Diese Teufel und ihr Kapitän! Ihr solltet verschwinden, für mich ist es zu spät, geht nicht in ihren Tempel!” 

Zadok sackt in sich zusammen und findet dank der Nächstenliebe der Helden einn Platz zum ausnüchtern bei Henrietta Armitage, einer angestellten Buchhalterin des Hafenkontors, die in ihrer knappen Freizeit gerne die Nase in Okkulte Bücher steckt (streng verboten!) Sie und Ezla verbindet die Schwesternschaft der Bücherwürmer, erkennbar am rituellen Händedruck. 

Eines von Armitages Büchern enthält Hinweise auf einen fernen Fischgott-Kult, um eine Entität namens DAGON. Tempel, Schwur, Teufel, Fischgott - das reicht an Hinweisen, um dem Gillman House einen Besuch abzustatten, dort soll sich ein neuer Kult in der Stadt gegründet haben. Vor Ort werden die Helden vom Ordenspriester Obed Marsh freundlich empfangen aber wieder in den Regen geschickt:

“Der Glaube an Vater Dagon und Mutter Hydra entstammt den östlichen Inseln der Val’akea - von dort kamen die Gebete und Geschichten an Bord von Handelsschiffen zu uns und verbreiteten sich entlang der Küste. Ich selbst war Kapitän eines solchen Schiffes und habe mit eigenen Augen gesehen, zu was Dagon fähig ist. Wo Hunger und Armut herrschten, herrschte bald nur noch er und brachte Reichtum und langes Leben. Es tut mir Leid euch in den Sturm zu schicken, aber die Predigt ist für heute vorbei.” 

Something smells literally fishy! Die Helden betreten am darauffolgenden Abend unerlaubt das zum Tempel umgebaute Stadthaus und schieben den steinernen Altar zur Seite - ein Keller erstreckt sich unter dem windschiefen Haus und das Gequäke einer grässlichen Flöte strömt in die Ohren der Helden. 




Ein wahnsinniges Ritual nimmt gerade seinen Lauf, als Opfer dient der verlorene Fischer, der zu den Matrosys vom Anfang gehört! Opfer, Täter und Schaulustige Kultisten verschwinden im Brunnen, der den Mittelpunkt des Kellers bildet. Heraus springt ein schuppiges Monster: 

“Etwas Altes von weit hinter den Sternen hat die Gebete der verdrehten Kultisten dessen, den sie Dagon nennen, erhört und antwortet nun mit Schleim, Schuppen und Gewalt. Aus dem Wasser erhebt sich ein Gesandter Dagons - blind und idiotisch glotzt er euch durch milchig-weiße Augen an und es trieft an seinem Schuppenbewehrten Körper herab. Krallen und Kiemen pulsieren und der Raum erstickt an einem scheußlichen Odem.”




Plimm fackelt nicht lange und versetzt dem Gegner einen Treffer mit der Armbrust - Zack!
Es wird gehackt, geschlagen, getroffen und verhauen. Das Monster holt aus und schlägt wild um sich, bevor es schwer verwundet und offenbar geschlagen wieder im Brunnen versinkt. Es hinterlässt ein goldenes Diadem und am Boden des nassen Kellers findet sich ein kleines Tagebuch, das von Kapitän und Kultpriester Obed Marsh - was es wohl für Informationen enthält? Ist der Kult damit geschlagen oder laufen diese schleimigen Adern noch viel tiefer durch Selighafen?